Die EU verfolgt mit dem „Green Deal“ das Ziel, den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen europäischen Wirtschaft zu schaffen. Die EU-Taxonomie soll dabei als Klassifizierungssystem ökologisch nachhaltige, wirtschaftliche und soziale Tätigkeiten identifizieren. Da in der EU rund 40 % des Energieverbrauchs und 36 % der Treibhausgasemissionen allein auf den Gebäudesektor entfallen, spielt die Branche eine tragende Rolle dabei, das angestrebte Ziel des Green-Deals zu erreichen. Für den Gebäudesektor bedeutet das vor allem, die Energieeffizienz verbessern zu müssen. Jedoch erschweren die hohen Anforderungen der Taxonomie die Finanzierung von Neubauten und die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden, nicht zuletzt durch einen massiven Dokumentations- und Kostenaufwand. Die Vorgaben lassen die (Investitions-)Kosten, vor allem bei der Bestandssanierung, für Wohn- und Nicht-Wohngebäude enorm steigen, wodurch große Immobilienbestände mittlerweile von Wertverlust bedroht sind. Folglich besteht bei den am dringendsten sanierungsbedürftigen Immobilien (Energieeffizienzklassen G und F) kaum Anreiz dies zu tun.
MdEP Markus Ferber, Mitgliedsunternehmen aus den Fachausschüssen Bau- und Immobilienwirtschaft der IHK München und Oberbayern sowie der IHK Nürnberg für Mittelfranken und die Referentin der EU-Kommission für Sustainable Finance, Susanne Schenker, diskutierten am 24. März 2025 in der bayerischen Vertretung in Brüssel gemeinsam die Auswirkungen der EU-Taxonomie auf Finanzierung, Neubau und den Bestandserhaltung von Immobilien. Eines wurde in der Diskussion deutlich: Die Anforderungen der EU-Taxonomie müssen praxistauglich ausgestaltet werden, um die Investitionsbereitschaft in Neubau und Bestand nicht zu hemmen.
Quelle: BIHK, Bild: Iris Haidau